Persil – 100 Jahre Guerilla Marketing

Persil

Persil ist der Name einer Waschmittel-Marke des Henkel-Konzerns.
Interessant: Der Name „Persil“ leitet sich von den Hauptbestandteilen, der Orginal-Formel, dieses Waschmittels ab:

  • Natriumperborat (Bleichmittel) und
  • Natriumsilikat (Schmutzlöser)

100 Jahre Guerilla Marketing

Noch viel interessanter: die Werbeformen die Persil (Henkel) bereits vor über 100 Jahren Jahren in die Hand genommen hat. Heute würde man solches Vorgehen als „Guerilla Marketing“ bezeichnen – nur das dieser Begriff vor 100 Jahren noch nicht so geläufig war.
Bereits vor über 100 Jahren machte die Marke Persil auf sich aufmerksam, als Gruppen von vollkommen in weiß gekleideten Männern, mit weißen Persil-Schirmen in Massen auf deutschen Starssen maschierten. Einige Jahre später wurden Werbehelfer in überdimensionierte Persil-Pakete gesteckt und durch deutsche Metropolen geschickt. Einer der wohl überhaupt ersten Fälle von Guerilla Marketing in Deutschland.

Die Persil Uhr

persil-uhrEin weiterer Genie-Streich gelang Persil in den 20er Jahren (1900 a.d.) mit der Persil Uhr, an die sich heute noch viele erinnern werden.Persil stellte in vielen Städten Deutschlands eine (schätzungsweise) 3 Meter hohe Straßenuhr auf. Dies wurde natürlich von den jeweiligen Stadtverwaltungen begrüßt und gerne angenommen, da eine Uhr zu dem damaligen Zeitpunkt ein doch enormer Kostenfaktor war und nicht letztendlich ein Statussymol darstellte, welches das Stadtbild extrem aufwertete.
Auf der Gegenseite hatte Henkel dafür eine Werbefläche zur freien Verfügung: alle vier Seiten der Persil-Uhr konnten (fast vom Boden bis zum Zifferblatt) als Werbefläche genutzt werden.

Leider vielen wohl das Eisen und Metall der meisten Uhren der Rüstungsindustrie, in den Kriegsjahren des 2. Weltkrieges, zum Opfer. In den 80er Jahren gab Persil sogar Minatur-Nachbildungen der Persil Uhren heraus, die bereits heute mi Preisen ab ca. 300 Eur. gehandelt werden. Zudem schenkte Henkel verschiednen Städten, in denen nachweislich Persil Uhren gestanden hatten, eine funkgesteuerte Nachbildungen der orginal Uhr.

Besitzer einer solchen Persil Uhr sind heute die Städte / Gemeinden:

Persiluhr Büsum

  • Büsum
  • Flensburg
  • Genthin
  • Hamm
  • Lünen
  • Mühlhausen
  • Recklinghausen
  • Straubing

Die Persil Dame

persil-dameDie damaligen Persil-Uhren wurden meist von dem belibten Werbemotiv, der „Persil Dame„, geschmückt – was dem gesammten erscheinungs Bild wohl nur zuträglich war. Zeitgleich war die Persil-Dame auch natürlich auf den Waschmittel Verpackungen, Werbeschildern Plakaten und Anzeigen zu sehen. Die Persil Dame wurde 1922 von dem Künstler Kurt Heiligenstaedt gezeichnet. Laut diverser Quellen handelt es sich bei der Dame um seine, damals 18-jährige, Freundin. Über viele Jahrzehnte bleibt die Persil-Dame eine zentrale Werbefigur des Henkel-Konzerns.

Der erste Werbespot im deutschen Fernsehen

An einem November Abend im Jahre 1956 festigte Henkel seinem Vorreiterstatus in Sachen Marketing noch weiter. Zum aller ersten mal flackerte ein TV-Werbespot über die schwarz-weiss-Bildschirme der deutschen Fernsehzuschauer. Dieser fast 1-minütige Spot, für das Waschmittel Persil, sollte die Fernsehlandschaft für immer verändern. Werbefilme waren bis dato nur im Kino als Vorfilme zu sehen.

Persil Truck Tour

Auch im Jahre 2014 lässt Henkel nicht nach und macht abermals in Sachen Eventmarketing auf sich aufmerksam. Als Teil der Kampagne “Persil sagt treuen Verbrauchern Danke” wurde der Persil Truck auf Tour geschickt. Die Tour erstreck sich über fünf Monate und macht insgesamt in 22 Städten halt. Besucher haben hier die Möglichkeit über verschiedene interaktive Tools „Danke“ zu sagen.

Der Henkel Konzern

1876 wurde durch Fritz Henkel die „Waschmittelfabrik Henkel & Cie“ in Aachen gegründet, die das so genannte „Universalwaschmittel“ produzierte. Ein Jahr später wurde der Firmensitz nach Düsseldorf verlegt um die Verkehrsanbindung des Werks noch weiter zu verbessern.

Heute beschäftigt Henkel weltweit über 45.000 Mitarbeiter. Seit 2010 wird Henkel im Lexikon der deutschen Weltmarktführer als eines 500 umsatzstärksten Unternehmen der Welt aufgeführt. Die Aktien des Unternehmens gehören zum festen Bestand teil des Deutschen Aktien Index (letzte Aufnahme 1. Juli 1988).